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Zahnbehandlungen in der Schwangerschaft

Vielleicht kennen Sie ja den Spruch von Ihren Eltern:

„Jedes Kind kostet einer Frau einen bleibenden Zahn“ ! Ist das wirklich so?

Sicherlich nicht, wenn man ein paar grundsätzliche Regeln und Vorbeugemaßnahmen in den neun Monaten beachtet. Auch hier nimmt das Wort “Vorsorge“ wieder einen elementaren Stellenwert ein. Damit die Schwangerschaft für die werdende Mutter eine tolle Erinnerung bleibt, sollten Probleme mit den Zähnen und des Zahnfleisches minimiert werden. Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen dazu einige wertvolle Hinweise und Tipps geben, damit auch Ihr Nachwuchs einen gesunden Start ins Leben erhält.

Quelle: Prodente e.V.

Bitte bedenken Sie, dass in der Regel alle Zähne bei unserem Nachwuchs gesund sind und keine Karies aufweisen. Somit haben wir alle die gleichen Startbedingungen! Damit das so bleibt, müssen wir also schon früh anfangen mit dem Zähneputzen. Am besten gehen wir als Eltern mit gutem Beispiel voran und optimieren unsere Mundhygiene schon vor der Geburt unseres Kindes!

Bei einer geplanten Schwangerschaft ist ein rechtzeitiger Vorsorgetermin bei ihrem Zahnarzt bzw. Ihrer Zahnärztin sehr empfehlenswert, da so vorher noch alte Füllungen ausgewechselt werden können und das Röntgen der Zähne bzw. die Anästhesie (Betäubung) noch keine Komplikation darstellt. Auch am Beginn der Schwangerschaft ist eine Begutachtung der Zähne und eine Mundhygieneberatung sinnvoll und sollte von einer ausgebildeten Prophylaxehelferin bei einem Termin zur Professionellen Zahnreinigung (PZR) unbedingt genauer erörtert werden.

Gerade in der Schwangerschaft sind gesunde Zähne und ein reizfreies Zahnfleisch besonders wichtig, da, statistisch gesehen, werdende Mütter aufgrund der hormonellen Umstellung im Organismus leider tatsächlich häufiger unter Zahnfleischbluten und einer Entzündung des Zahnhalteapparates leiden.

Daher raten wir unseren Patientinnen einen Termin zur Individualprophylaxe wahrzunehmen, damit durch eine professionelle Zahnreinigung sämtliche Beläge schonend beseitigt werden können und ungeklärte Fragen in einem aufklärenden Beratungsgespräch beantwortet werden.

Während einer Schwangerschaft gelten im Grunde genommen die gleichen Regeln wie auch sonst beim Zähneputzen. Wie gewohnt sollte man zweimal täglich morgens und abends seine Zähne putzen und dabei die bewährten Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume einsetzen wie Zahnseide, Interdentalbürstchen oder auch die Munddusche. Sofern man manuell mit einer elektrischen Zahnbürste besser zurecht kommt, darf natürlich auch elektrisch geputzt werden.

Generell empfehlen wir eine weiche Zahnbürste mit einem kleineren Bürstenkopf, da alle Menschen grundsätzlich beim Zähneputzen zu stark drücken und daher leicht das Zahnfleisch verletzen. Die hinteren Backen- bzw. Weisheitszähne können mit einer kleineren Bürste leichter und gründlicher gereinigt werden.

Der Fluoridgehalt sollte wie bei allen Herstellern zwischen 1350-1450 ppm liegen und eher einen neutralen Geschmack haben. Empfehlenswert ist es, einmal täglich eine alkoholfreie, fluoridhaltige Mundspüllösung zu verwenden, um präventiv einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen und gleichzeitig lokal für einen ausreichenden Kariesschutz zu sorgen.

Bei Übelkeit und Erbrechen soll primär erst einmal mit Wasser oder mit einer Mundspüllösung nachgespült werden, um den sauren Geschmack zu neutralisieren. Bitte bedenken Sie, dass die Magensäure extrem sauer ist und aufgrund seines ph-Wertes die Zahnoberfläche angreift und primär zu einer Demineralisation des Zahnschmelzes führt. Durch den basischen Speichel in der Mundhöhle wird der saure ph-Wert zwar wieder abgepuffert, dennoch dauert das in der Regel 30 Minuten. Daher sollte man sich erst nach dieser Zeit wieder die Zähne putzen, da der Zahnschmelz sonst zu stark abgetragen wird und die Empfindlichkeit von freiliegenden Zahnhälsen spürbar zunimmt.

Folgende Hinweise sind in der Schwangerschaft zu beachten

  • Eine gründliche Zahnreinigung morgens und abends mit Verwendung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen ist ausreichend und schützt vor Karies und Zahnfleischbluten. Dabei nicht die gründliche Reinigung der Zunge vergessen. Inzwischen gibt es überall sog. Zungenbürsten, mit denen man ganz einfach die Beläge von der Zungenoberfläche beseitigen kann.
  • Bevorzugen sie weichere Zahnbürsten mit einem kleineren Bürstenkopf bzw. mit einem kleineren runden Bürstenkopf bei einer elektrischen Zahnbürste.
  • Eine professionelle Zahnreinigung am Beginn und zum Ende der Schwangerschaft ist medizinisch ratsam und zu empfehlen und verringert das Risiko einer Zahnfleischentzündung und eines parodontalen Knochenabbaus.
  • Fluoridhaltige Mundspüllösungen unterstützen die körpereigene Immunabwehr und helfen das natürliche Gleichgewicht der Bakterienanzahl im Mundraum wieder herzustellen.
    Wenn möglich, sollte ein alkoholfreies Produkt verwendet werden, dass nicht zu scharf schmeckt und gegebenenfalls verdünnt werden kann.
  • Eine gesunde ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, ballaststoffreichen Produkten (Vollkornprodukt) und wenig Zucker (trotz der Heißhunger-Attacken auf etwas Süßes!) ist zu bevorzugen und verbessert ihre Zahn- und Mundgesundheit.
  • Während der Schwangerschaft werden grundsätzlich alle zahnmedizinisch notwendigen Behandlungen so schonend wie möglich für die Mutter und das werdende Kind durchgeführt. Das Anfertigen einer Röntgenaufnahme von einem Zahn sollte in den ersten 3 Monaten unterlassen und danach nur in ganz bestimmten Fällen durchgeführt werden. Obwohl die Strahlenbelastung beim digitalen Röntgen inzwischen sehr gering ist und die Dosis noch nicht einmal der natürlichen täglichen Strahlenbelastung entspricht, ist eine gewisse Zurückhaltung gerechtfertigt.
  • Eine Anästhesie sollte in den ersten 3-4 Monaten vorsorglich vermieden werden.
    Sollte die Betäubung eines Zahnes einmal wirklich notwendig sein, dann stellt im weiteren Verlauf der Schwangerschaft (am besten zwischen dem 5-7 Monat) eine Spritze mit Inhaltsstoffen, die eine hohe Eiweißbindung im Gewebe (z.B. Articain) haben, medizinisch kein Problem da.
  • Wenn Sie Zahnschmerzen haben, rufen Sie uns bitte sofort in der Praxis an und benutzen Sie bis zur Behandlung das Schmerzmittel Paracetamol, auch wenn dieser Wirkstoff nicht entzündungshemmend ist (Tagesdosis von 2-3000 Milligramm beachten!). Sie erhalten ihn in der jeder Apotheke ohne Verschreibungsrezept. Nehmen Sie bitte niemals Aspirin, Ibuprofen oder andere Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure ein, insbesondere nicht im letzten Drittel der Schwangerschaft!
  • Bei allgemeinen Fragen oder Unklarheiten halten Sie bitte generell Rücksprache mit ihrem Zahnarzt bzw. Hausarzt oder auch Apotheker.

Weitere Hinweise zur zahngesunden Ernährung!

Praxis für Zahnheilkunde
Dr. med. dent. Mark Ahrens

Tesdorpfstraße 5
23566 Lübeck

Tel.: 0451 / 62 18 97
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